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Österreich-Reisen in den 80er Jahren
Während einer Fahrt in den Skiurlaub nach Ischgl in den Osterferien 1983, lernte ich
unter anderem in Landeck (Tirol) die ersten für mich sehr interessanten, da bis dato
weitestgehend unbekannten, Fahrzeuge der ÖBB kennen. Damit war der das Interesse am
Betrieb der ÖBB schon mal geweckt.
Nachdem in den Jahren 1984 und 1985 nahezu alle Altbaufahrzeuge, sowohl die
Vorkriegsbauarten als auch die frühen Nachkriegsbauarten, bei der Deutschen Bundesbahn
aufs Abstellgleis gerollt waren, verlagerten sich meine Eisenbahn- Fotointeressen recht
schnell auf andere Bahngesellschaften. Die Monotonie bei den damals seitens der DB noch
eingesetzten Fahrzeuge, die Standard-Elektroloks aus den 50er Jahren boten ja rein
optisch im Grunde keine Abwechslung, und auch der Betrieb der mit diesen abgewickelt
wurde, die DB zog sich gerade zu dieser Zeit massiv insbesondere aus dem Güterverkehr
zurück und schloss in diesem Zusammenhang viele Betriebsstellen, entsprach zum damaligen
Zeitpunkt in keiner Weise mehr dem, was ich von einem Eisenbahnbetrieb erwartete.
Aufgeschreckt durch Meldungen, daß noch zu beginn des Jahres 1987 auch in Österreich
beispielsweise die Reihe 1018, das Pendant zur bundesdeutschen Baureihe 118, abgestellt
werden sollte, in Verbindung mit meiner damalig anstehenden Einberufung zur Bundeswehr,
die erwarten ließ, daß ich für die kommenden 15 Monate keine weitere Möglichkeit haben
würde unseren benachbarten Alpenstaat zu besuchen, beschloß ich noch im selben Jahr eine
Österreich-Reise anzutreten. Da mich die dort vorgefundene betriebliche Vielfalt sehr
faszinierte, mußte es noch im selben Jahr eine Wiederholung dieser Reise geben.
Zum damaligen Zeitpunkt standen die großen Strecken-Stillegungen bei der ÖBB noch aus.
Selbst auf scheinbar unbedeutenden Strecken wurde meist immer noch ein reger und
abwechslungsreicher Betrieb abgewickelt. Hinzu kam, daß auch die Strecken von
überregionaler Bedeutung teils noch wie zu Kaisers Zeiten eingleisig betrieben wurden
und sich aufgrund der noch nicht durchgeführten Modernisierungsmaßnahmen sehr harmonisch
in die herrliche alpenländische Landschaft einfügten. Darüber hinaus verkehrten bei den
ÖBB neben den, vor dem zweiten Weltkrieg durch die Deutsche Reichsbahn in Österreich
stationierten und nach dem Krieg dort verbliebenen deutschen Baureihen E 18 (ÖBB 1018)
und E 94 (ÖBB 1020) auch noch die alten österreichischen Baureihen 1045, 1145, 1245,
1080 und 1180 im regulären Zugbetrieb. Aber auch die neueren Nachkriegsbaureihen waren
durchaus technisch und fotografisch interessant und abwechslungsreich, so daß man selbst
bei längerer Verweildauer an einer einzigen Fotostelle recht schnell viele
abwechslungsreiche Bilder aufnehmen konnte.
Ein weiteres Bonbon stellten natürlich auch die damals schon üblichen Durchläufe von
DB-Loks bis weit nach Österreich hinein dar, mit deren Hilfe insbesondere die
Transitzüge über den Brenner nach Italien entscheidend beschleunigt werden konnte, da
auf ein weiteres Umspannen der Lokomotiven an der deutsch-österreichischen Grenze
verzichtet werden konnte, so daß lediglich der aufgrund des abweichenden Stromsystems
notwendige Lokwechsel in Italien übrig blieb. Auf diese Weise konnten dadurch auch DB-
Loks einmal in völlig anderer Umgebung erlebt werden.
Umgekehrt gab es vergleichbare Lokdurchläufe natürlich auch von Loks der ÖBB bis nach
Deutschland. Darüber hinaus sind aber auch noch die ebenso damals schon üblichen
sogenannten Korridorverkehre zu erwähnen, bei denen österreichische Binnenzüge ohne
Verkehrshalt über deutsche Strecken im Transit verkehren.
Dieses Verfahren wurde eingeführt, da aufgrund der besonderen topographischen
Gegebenheiten in Österreich die Verbindung wichtiger Zentren teils nur durch die
Inkaufnahme beträchtlicher Umwege, auf vielfach nur mit langsamen Geschwindigkeiten zu
befahrenden, leistungsschwachen Strecken realisiert werden konnte. Es betrifft die
Verbindung zwischen Innsbruck und Salzburg, die ab Wörgl den kurzen und relativ flach
trassierten Weg über Kufstein, Rosenheim und Freilassing nach Salzburg nimmt, anstelle
den wesentlich weiteren und mit erheblichen Steigungsstrecken versehenen Weg über
Schwarzach-St.Veit und Bischofshofen zu nehmen.
Hiermit möchte ich Sie nun einladen, mich gedanklich auf meinen Reisen durch Österreich
in den 80er Jahren zu begleiten.
Für eine vergrößerte Darstellung der Aufnahmen bitte das jeweilige Bild
anklicken!
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