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Gleichzeitig setzten sich damit auch völlig neue Anforderungen an die neu zu
beschaffenden Fahrzeuge für den Regionalverkehr durch. So wurden durch die
neuen
Aufgabenträger des Regionalverkehrs zum überwiegenden Teil nur noch
Triebwagenzüge
bestellt, während klassische lokbespannte Wagenzüge eher weniger nachgefragt
waren.
Zusätzlich setzte sich die Forderung nach leichter Kuppelbarkeit dieser
Triebwagenzüge auf breiter Front durch, weshalb die meisten neu entwickelten
Triebwagenbaureihen fast ausschließlich durch die automatische
Scharfenbergkupplungen gekuppelt werden sollten.
Meine späte Entdeckung der DWA-Schienenbusse
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Am 12.01.2025 warten die beiden abgestellten DWA-Schienenbusse 672 910 und 672 908 auf ihre nächsten Einsätze. |
Bereits bei der Einfahrt meines Zuges in Stendal sah ich, daß sich meine
Reise
gelohnt hatte, denn zwei der begehrten Triebwagen waren in bestem
Sonnenlicht im Bw
abgestellt.
So begab ich mich, sobald ich in Stendal angekommen war, sofort auf den Weg
ins Bw,
um den beiden Triebwagen meine Aufwartung zu machen.
Im Bw angekommen, stellte ich fest, daß es sich bei den beiden Triebwagen
tatsächlich um zweiachsige Schienenbusse der Baureihe 672 handelte, die
mittlerweile
offenbar durch die Hanseatische Eisenbahngesellschaft auf der Strecke
Stendal -
Tangermünde eingesetzt waren.
Dabei weisen die beiden in Bw Stendal beheimateten DWA-Schienenbusse 672 908
und 672
910 insofern ein bemerkenswertes Detail auf, als sie nicht wie die übrigen
DWA-Schienenbusse über eine gewöhnliche Schraubenkupplung verfügen, sondern
stattdessen mit einer automatischen Scharfenbergkupplung ausgestattet sind,
die auf
den hier zu sehenden Bildern allerdings zum Schutz der Kupplung in einer
Kunstlederhülle verpackt ist.
Die Schienenbusse der
Baureihe
672↗ wurden ab dem Jahr 1996 von der Deutsche Waggonbau AG in
einer
Anzahl von 24 Stück gebaut und von unterschiedlichen Betreibern in Dienst
gestellt.
Mit 14 Fahrzeugen befindet sich heute die überwiegende Mehrzahl der
DWA-Schienenbusse im Eigentum der Hanseatischen Eisenbahngesellschaft.
Zu meinem großen Erstaunen, lief bei einem der beiden abgestellten
DWA-Schienenbusse
sogar der Motor, weshalb ich hoffte, daß das Zweiergespann vielleicht sogar
am
selben Tag noch zum Einsatz kommen würde.
Während ich daher fortwährend inständig hoffte, daß baldmöglichst ein
Lokführer
erscheinen würde, um die beiden DWA-Schienenbusse an den Bahnsteig zu
fahren, damit
sie einen der nächsten Züge von Stendal nach Tangermünde bilden könnten,
vertrieb
ich mir die Zeit damit, die Eigenheiten der beiden DWA-Schienenbusse näher
zu
studieren.
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Eine gehörige Portion Geduld war teilweise schon gefragt, bis die
tiefstehende
Wintersonne Sonne endlich so günstig stand, daß die beiden DWA-Schienenbusse
möglichst ohne störenden Schattenwurf der Fahrleitungsmasten formatfüllend
aufgenommen werden konnten.
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| 672 908 und 672 910 warten am 12.01.2025 im Bw Stendal auf ihren nächsten Einsatz |
Da sich die Nachmittagssonne dieses Wintertages mittlerweile langsam aber
unaufhaltsam dem Untergang zuwendete und ich für diesen Tag auch schon
genügend
Aufnahmen der beiden DWA-Schienenbusse angefertigt hatte, trat ich alsbald
den
Rückweg an.
| Der DWA-Schienenbus 672 908 zusammen mit seinem Schwesterfahrzeug 672 910 im warmen Gegenlicht der Wintersonne. |
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Auf dem Weg zum Bahnhof gelang es mir dann noch, einige Impressionen von
ehemaligen
Bahnanlagen in Stendal einzufangen.
Neben dem alten Ringlokschuppen, der heutzutage schon lange nicht mehr zur
Abstellung von Loks genutzt zu sein scheint und dessen einst so stolzes
Namensschild
mittlereile sehr verblaßt ist, traf ich am Hausbahnsteig noch einen alten
Fahrtanzeiger an einem Oberleitungsmasten an, der zu Reichsbahnzeiten wohl
einmal
benötigt wurde, damit der Zugführer erkennen konnte, ob für den
abfahrbereiten Zug
bereits die Ausfahrt gestellt war, der jedoch seit der Inbetriebnahme des
neuen
elektronischen Stellwerks im Jahr 2006 sicherlich nicht mehr benötigt
wird.
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| Seitenansicht des ehemaligen Ringlokschuppens des Bw Stendal | Alter Fahrtanzeiger in der Bauart der ehemaligen DR |
Auch die traurigen Überreste des Wasserkrans vor der schön verzierten, aus
gebrannten Ziegeln errichteten Giebelwand des Ringlokschuppens lassen
befürchten,
daß in diesem einst so stolzen Bahnbetriebswerk so schnell keine Dampflok
mehr ihren
Wasservorrat wird ergänzen können.
Am Bahnhof in Stendal angekommen, mußte ich leider feststellen, daß sich
meine
Hoffnung, die beiden DWA-Schienenbusse aus dem Bw könnten möglicherweise in
den
Umlauf nach Tangermünde eingewechselt werden, nicht erfüllte. Stattdessen
fuhr auf
der Strecke weiterhin einer der insgesamt nur drei Lint27-Triebwagen der
Baureihe
640 der Hanseatischen Eisenbahngesellschaft.
Allerdings konnte ich beim Zugpersonal in Erfahrung bringen, daß die
Schienenbusgarnitur ab dem nächsten Morgen in den Fahrgastbetrieb wechseln
würde, da
der Lint27-Triebwagen zu Fristarbeiten in die Werkstatt überführt werden
musste. Da
die beiden übrigen Lint27-Triebwagen jedoch in Doppeltraktion im Verkehr
Stendal -
Rathenow gebunden waren, konnte als Ersatz nur die Schienenbusgarnitur auf
der
Strecke Stendal - Tangermünde aushelfen.
Die Schienenbusgarnitur war gemäß Auskunft des Personals übrigens nur
deshalb mit
laufendem Motor im Bw abgestellt gewesen, um die Batterien der
DWA-Schienenbusse
nach der längeren Standzeit wieder voll zu laden, damit nach der zu
erwartenden,
eisigen Nacht, der Start der DWA-Schienenbusse am nächsten Morgen auch
sicher
klappen würde. Elektranten, über die man die DWA-Schienenbusse hätte aus dem
elektrischen Landesnetz laden können, ohne, daß die Motoren stundelang
laufen, gibt
es nach Auskunft des Personals im Bw Stendal leider nicht. Das ist gelebter
Umweltschutz in Deutschland!
Aufgrund der bereits seit dem 01.06.2025 andauernden Bauarbeiten an der
Lehrter
Stammbahn, in deren Zusammenhang diese Strecke zwischen Gardelegen und
Rathenow
durchgehend elektrifiziert werden soll, wird die Regionalbahnlinie 34
zwischen
Stendal und Rathenow im Schienenersatzverkehr gefahren.
Dadurch werden zwei der drei Lint27-Triebwagen der Hanseatischen
Eisenbahngesellschaft, die in Stendal stationiert waren, nicht mehr
planmäßig
benötigt. Da somit für den einen, auf der Strecke Stendal - Tangermünde
eingesetzten
Lint27-Triebwagen der Hanseatischen Eisenbahngesellschaft ausreichend
Reserve in
Form der beiden anderen Lint27-Triebwagen vorhanden ist, konnten die beiden
DWA-Schienenbusse der Baureihe 672 aus Stendal dauerhaft abgezogen
werden.
Unabhängig von der Tatsache, daß die Baumaßnahmen an der Lehrter Stammbahn
nun
jedoch nicht zum Fahrplanwechsel im Dezember 2026 sondern erst zum
Fahrplanwechsel
im Dezember 2027 beendet sein werden und damit die Lehrter Stammbahn wieder
befahrbar wird, wurde entschieden, wie der
Märkischen Allgemeinen↗
zu entnehmen ist, die Regionalbahnlinie 34 komplett einzustellen und
stattdessen die
Regionalexpreßlinie 4 an allen Stationen zwischen Stendal und Rathenow
halten zu
lassen.
Da somit auch künftig absehbar genug Lint27-Triebwagen der Hanseatischen
Eisenbahngesellschaft zur Verfügung stehen werden, um den verbliebenen
Verkehr auf
der Strecke Stendal - Tangermünde abzuwickeln, ist auch für die Zukunft mit
einer
Rückkehr der DWA-Schienenbusse der Baureihe 672 nach Stendal leider nicht zu
rechnen.
Nachdem ich wieder zuhause angekommen war, mußte ich mich unbedingt erst
einmal
ausführlich über die Geschichte der in Stendal angetroffenen
DWA-Schienenbusse
informieren. Dabei stieß ich auch noch auf die Doppelstock-Variante des
DWA-Schienenbusses, von der ab dem Jahr 1995 lediglich sieben Exemplare
durch die
Deutsche Waggonbau AG gebaut worden waren und durch DB als
Baureihe 670↗ in Dienst gestellt worden waren.
Durch Zufall, und weil ich meiner Frau die Schienenbusbilder aus Stendal
gezeigt
hatte, machte sie mich kurze Zeit später auf eine Sonderfahrt mit einem der
letzten
noch betriebsfähigen Doppelstock-Schienenbusse aufmerksam, die von Chemnitz
aus über
Riesa und Berlin bis nach Zinnowitz, auf die Insel Usedom, führen
sollte.
Da diese Sonderfahrt aufgrund baldigen Fristablaufes zugleich vorerst die letzte Sonderfahrt dieses Doppelstock-Schienenbusses sein sollte, wollte ich mir diese Sonderfahrt nicht entgehen lassen und beschloß ich kurzerhand, ebenfalls auf die Insel Usedom zu fahren und dem Doppelstock-Schienenbus "aufzulauern".
Da mir die Beschaffung des Fahrplans des Sonderzuges nicht gelang, blieb mir
keine
andere Wahl, als am Sonntag, dem 16.03.2025, zu unchristlich füher Stunde
aufzubrechen, um rechtzeitig vor der Sonderfahrt in Wolgast
einzutreffen.
Während daheim und bei meinem Umstieg in Hannover noch eitel Sonnenschein
herrschte,
verdunkelte sich der Himmel leider zusehends, je weiter ich nach Norden
fuhr. In
Wolgast gab sich die Sonne dann nur noch kurz die Ehre, bevor es dann
eiskalt zu
nieseln anfing.
Zu diesem Zeitpunkt hatte ich schon fast jede Hoffnung aufgegeben, an diesem
Tag
noch ein brauchbares Foto des Doppelstock-Schienenbusses auf der Wolgaster
Klappbrücke über den Peenestrom aufnehmen zu können.
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| Die Klappbrücke über den Peenestrom, die Wolgast mit der Insel Usedom verbindet. | Doppelstock-Schienenbus der Baureihe 670 auf der Klappbrücke über den Peenestrom. |
Aufgrund des ohnehin sehr mäßigen Wetters, entstanden am Tag der Hinfahrt
der
Doppelstock-Schienenbus-Sonderfahrt auf die Insel Usedom keine weiteren
Bilder
mehr.
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Der Doppelstock-Schienenbus 670 002 Alma abgestellt am
Morgen des
17.03.2025 im Bahnhof Zinnowitz. |
Am nächsten Tag herrschte dafür jedoch allerbestes Wetter, so daß ich früh
in meiner
Unterkunft aufbrach, um den Doppelstock-Schienenbus am Bahnhof von Zinnowitz
ausgiebig fotografieren zu können, bevor er er zu seiner für diesen Tag
geplanten
Sonderfahrt nach Heringsdorf aufbrechen würde.
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Am frühen Morgen des 17.03.2025 wartet 670 002, genannt Alma am Bahnhof von Zinnowitz auf seinen nächsten Einsatz. |
Lange bevor die ersten Teilnehmer der Sonderfahrt am Bahnhof in Zinnowitz
erschienen, stellten sich nach und nach immer mehr Eisenbahnfans ein, um den
Doppelstock-Schienenbus Alma zu bewundern. Selbst die örtliche Presse
gab
sich die Ehre und ließ sich vom Reiseleiter der Sonderfahrt das
Reiseprogramm sowie
den Hintergund zu dem Doppelstock-Schienenbus erklären.
Einer der Begleiter der Sonderfahrt hatte sogar zwei Modelle des
Doppelstock-Schienenbusses Alma dabei, die er in gekonnt in Szene
setzte.
Dabei wurde auch vor einem klassischen Kniefall vor den
Doppelstock-Schienenbussen
nicht zurückgeschreckt.
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| Der Doppelstock-Schienenbus 670 002 Alma am 17.03.2025 in voller Seitenansicht im Bahnhof Zinnowitz. |
Damit die für den Montag geplante Sonderfahrt mit dem
Doppelstock-Schienenbus
Alma nach Heringsdorf starten konnte, mußte der
Doppelstock-Schienenbus
zunächst einmal an den Bahnsteig umgesetzt werden. Die örtliche Presse
begleitete
diese Fahrt.
Dank des regen Zugbetriebes auf der Insel Usedom, konnte ich mit einem
Regelzug dem
Sonderzug vorweg fahren und mich in Koserow für den im Blockabstand
folgenden
Doppelstock-Schienenbus-Sonderzug gerade noch für eine Aufnahme postieren,
bevor der
Sonderzug bereits den Bahnhof durchfuhr.
Viel hat sich bei der Usedomer Bäderbahn in den letzten Jahrzehnten seit der
Privatisierung getan. Nicht nur daß die alten lokbespannten Züge, die noch
zu
Reichsbahnzeiten auf der Insel verkehrten, zunächst durch ehemalige
Reichsbahn-Schienenbusse der Baureihe 772 abgelöst wurden, die nur wenige
Jahre
später dereits durch moderne Dieseltriebwagen der Firma Stadler ersetzt
wurden (GTW
2/6), auch die Bahnanlagen wurden einer grundlegenden Überarbeitung
unterzogen.
Dabei wurden nicht nur die zuletzt lediglich noch als Haltepunkte genutzten
Betriebsstellen wieder zu vollwertigen Bahnhöfen aufgebaut, um den im Sommer
sehr
starken Reiseverkehr bewältigen zu können, darüber hinaus wurden die
Bahnhöfe um die
Jahrtausendwende auch mit Relaisstellwerken der Bauform
GS
II
DR↗, der ehemaligen WSSB (heute Siemens Mobility GmbH)
ausgerüstet,
mit denen die jeweils beiden benachbarten Bahnhöfe ferngestellt werden
können.
Bereits vor Abfahrt des Doppelstock-Schienenbus-Sonderzuges in Zinnowitz
hatte sich
die Neuigkeit verbreitet, daß die für diesen Tag vorgesehene Sonderfahrt mit
dem
Doppelstock-Schienenbus nach Heringsdorf, nicht wie geplant würde
stattfinden
können.
Stattdessen sollte der Doppelstock-Schienenbus nur bis zum Bahnhof
Schmollensee
fahren und die Fahrgäste sollten von dort aus mit dem Bus weiterbefördert
werden.
Als Grund für diese Programmänderung wurde angegeben, daß der
Doppelstock-Schienenbus aufgrund seiner außergewöhnlichen Höhe
möglicherweise nicht
ohne Probleme unter der Brücke der Straße Jägersberg, kurz vor dem Bahnhof
Heringsdorf würde hindurchfahren können.
Bald nach der Doppelstock-Schienenbus-Sonderfahrt hatte Alma am
17.05.2025
Fristablauf und stand daher bis zum Abschluß der notwendigen
Hauptuntersuchung für
weitere Fahrten nicht zur Verfügung.
Gerade bei solchen Einzelgängern wie dem Doppelstock-Schienenbus Alma
kann
eine Hauptuntersuchung natürlich immer mit einer größeren Anzahl an
Unwägbarkeiten
verbunden sein, die eine Wiederinbetriebnahme des Fahrzeuges über einen
längeren
Zeitraum verhindern können.
Im speziellen Fall des Doppelstock-Schienenbusses Alma konnte die
Hauptuntersuchung jedoch zwischenzeitlich erfolgreich abgeschlossen werden,
womit
Alma für die nächsten Jahre auch weiterhin zur Freude aller
Eisenbahnfreunde
durch die Firma Köstner Schienenbusreisen für Sonderfahrten eingesetzt
werden
kann.
Durch meine intensivere Beschäftigung mit dem Thema DWA-Schienenbusse
stellte ich
fest, daß diese interessanten Fahrzeuge durch die Hanseatische
Eisenbahngesellschaft
im Nordosten Deutschlands auch noch auf anderen Eisenbahnstrecken -
vornehmlich
im Saisonverkehr - eingesetzt werden.
In der Saison des Jahres 2025 waren dies die beiden Strecken Neustrelitz Hbf
- Mirow
und Bergen (Rügen) - Sassnitz Fährhafen. Insbesondere letztere Verbindung
übte auf
mich einen besonderen Reiz aus, als die Züge dieser Linie weite Teile des
umfangreichen Schienennetzes des Hafen Mukran durchfahren müssen, um zum
Fährterminal der Fähre zur Insel Bornholm zu gelangen.
Als
Kleinseenbahn↗ wird die Bahnstrecke Neustrelitz Hbf - Mirow
bezeicht,
die einen Teil der ehemals durchgängigen Bahnstrecke Wittenberge -
Neustrelitz Süd -
Strasburg (Uckermark) bildet.
Während die Kleinseenbahn früher nicht den an der
Lloydbahn↗, der Bahnstrecke Neustrelitz - Warnemünde,
gelegenen
Bahnhof Neustrelitz Hbf anfuhr, sondern stattdessen den Bahnhof Neustrelitz
Süd
bediente, wurde das Verbindungsgleis der Kleinseenbahn in den Bahnhof
Neustrelitz
Süd mit der im Jahr 2004 erfolgten Inbetriebnahme des elektronischen
Stellwerks in
Neustrelitz gekappt und in Richtung Neustrelitz Hbf neu trassiert.
Seither beginnen und enden die ganzjährig im Zweistundentakt verkehrenden
Züge der
Kleinseenbahn, die durch DWA-Schienenbusse der Hanseatischen
Eisenbahngesellschaft
gebildet werden und die als Regionalbahnlinie 16 verkehren, im Bahnhof
Neustrelitz
Hbf.
Da der Betrieb der Kleinseenbahn zuletzt durch die DB als unwirtschaftlich
eingestuft wurde, ist die Strecke ab der ehemaligen Abzweigstelle
Bürgerhorst seit
September 2012 nicht mehr Teil der Infrastruktur der DB, sondern wird durch
die
Firma RegioInfra Nord-Ost GmbH betrieben.
Am 22. und 30. Mai 2025 machte ich der Kleinseenbahn meine Aufwartung, um
die dort
eingesetzten DWA-Schienenbusse im Betrieb erleben zu können.
Während am 22.05.2025 auf der Strecke nach Mirow ganz normaler
alltagsbetrieb
herrschte und die Züge wie gewöhnlich nur mit lediglich einem einteilieg
DWA-Schienenbus gefahren wurden, herrschte hingegen am 30.05.2025 - dem
"Herrentag"
- hochbetrieb auf der Strecke, da durch das aufgrund des Feiertages
verlängerten
Wochenendes ohnehin mehr Reisende im Einzugsbereich der Mecklenburgischen
Seenplatte
zu erwarten waren, aber auch, da wegen des in der Nähe des Bürgersees bei
Neustrelitz stattfindenden "Immergut" Musikfestivals, nochmals ein
erhebliches,
zusätzliches Reiseverkehrsaufkommen bestand.
Ein interessantes Detail der beiden DWA-Schienenbusse 672 919 und 672 920
ist, daß
diese im Gegensatz zu den beiden DWA-Schienenbussen 672 908 und 672 910, die
ich am
Anfang des Jahres in Stendal angetroffen hatte und die über eine
automatische
Scharfenbergkupplung verfügen, über eine normale Schraubenkupplung und
Seitenpuffer
verfügen.
Die am Freitag, dem 30.05.2025, und am Samstag, dem 31.05.2025, aus Anlaß
des
"Immergut"-Festivals verkehrenden DR-Schienenbus-Sonderzüge von Neustrelitz
Hbf zum
Haltepunkt Neustrelitz-Bürgersee zweigten in Höhe der ehemaligen
Abzweigstelle
Bürgerhorst von der Strecke Neustrelitz Hbf - Mirow ab.
Diese Abzweigstelle ist heutzutage durch das elektronische Stellwerk in
Neustrelitz
ferngestellt und mit Hauptsignalen an der Strecke Neustrelitz Hbf - Mirow
sowie
einer Gleissperre im Abzweig zur Neustrelitzer Hafenbahn technisch
gesichert.
Unmittelbar an die Anschlußweiche schließen sich die Übergabegleise der
Neustrelitzer Hafenbahn an, bevor es auf die Strecke zum Neustrelitzer Hafen
weitergeht. Nach kurzer Fahrt wird dann auch sogleich der Haltepunkt
Neustrelitz-Bürgersee erreicht, an dem die Festival-Sonderzüge an diesen
beiden
Tagen endeten.
Der einzige Unterwegsbahnhof an der Kleinseenbahn ist der Bahnhof
Wesenberg.
Dieser ungefähr in der Mitte der Strecke zwischen Neustrelitz Hbf und Mirow
gelegene
Bahnhof, der mit mechanischer Stellwerkstechnik und einem
Fahrdienstleiterstellwerk
ausgerüstet war, diente über viele Jahre dem Kreuzen der Züge auf dieser
Strecke.
Seit Einführung des Zweistundentaktesauf der Kleinseenbahn ist das Kreuzen
von Zügen
im Bahnhof Wesenberg nicht mehr notwendig, da die Strecke lediglich mit
einem
DWA-Schienenbus im Pendelbetrieb betrieben wird und sich deshalb
normalerweise keine
zwei Züge gleichzeitig auf der Strecken befinden, die im Bahnhof Wesenberg
kreuzen
könnten.
Vermutlich im Zusammenhang mit dem anstehenden Neubau des elektronischen
Stellwerks
in Neustrelitz wurde der Bahnhof Wesenberg grundlegend umgestaltet, da es
zuvor auf
dieser Strecke keinen Streckenblock gegeben hatte - was auf Nebenstrecken
der
ehemaligen Deutschen Reichsbahn nicht ungewöhnlich war - und daher die
notwendigen
Streckenblockabhängigkeiten zum elektronischen Stellwerk in Neustrelitz
nicht ohne
erheblichen Aufwand in der bestehenden mechanischen Stellwerkstechnik hätten
nachgerüstet werden könnnen.
Im Zuge dieses Umbaus des Bahnhofs Wesenberg verlor der Bahnhof die meisten
seiner
Gleise, so daß nur noch das durchgehende Hauptgleis, ein Kreuzugsgleis sowie
ein
Ladegleis übrig blieben.
Für die Sicherung der Zugfahrten wurde der Bahnhof Wesenberg mit einem
WSSB-Relaisstellwerk der Bauform GS II DR ausgerüstet. Dieses Stellwerk
steuert
insgesamt vier
Hl-Hauptsignale↗ und drei Weichen, sowie zwei
Bahnübergangssicherungsanlagen im unmittelbaren Bahnhofsbereich von
Wesenberg.
Da die beiden Bahnhofsgleise jeweils nur über ein Ausfahrsignal verfügen,
herrscht
Richtungsbetrieb in diesen Gleisen. Züge nach Neustrelitz Hbf fahren durch
Gleis
eins, während Züge nach Mirow das Gleis zwei im Bahnhof Wesenberg nutzen
müssen, da
es in beiden Gleisen in der jeweils entgegengesetzten Fahrtrichtung keine
Ausfahrsignale gibt und deshalb in dieser Fahrtrichtung aus den Gleisen
signalmäßig
keine Ausfahrten eingestellt werden können.
Eine absolute Besonderheit stellt eine Stahlschwelle im Bahnhof Wesenberg
dar, die -
unmittelbar vor dem Fahrdienstleiterraum im Gleis eins gelegen - scheinbar
der
Langzeiterprobung dieses Stahlschwellentyps dient.
Bie dieser Stahlschwelle handelt es sich um den Typ "HS 49/54 oR" der Firma
FEW
Blankenburg, die demnach vermutlich zur Aufnahme von Schienen der
Profilformen S49
und S54 geeignet ist und die neben dem Typenschild zusätzlich ein
Kennzeichnungsschild besitzt, auf das die Zulassungsnummer "21
izbo/019-2101#023"
des Eisenbahn-Bundesamtes aufgedruckt ist.
Der einzige Hinweis auf das Alter dieser Stahlschwelle kann aus dem Aufdruck
"DB
Mobility Networks Logistics" auf dem Kennzeichnungsschild abgeleitet werden,
da
diese Gesellschaft nur zwischen den Jahren 2003 und 2016 bestand, weshalb
vermutet
werden kann, daß diese Stahlschwelle ebenfalls nur in diesem Zeitraum im
Bahnhof Wesenberg eingebaut worden sein kann.
Leider konnten mir die am 30.05.2025 im Bahnhof Wesenberg anwesenden
Fahrdienstleiter zu dieser besonderen Stahlschwelle jedoch auch keine
weiterführenden Angaben machen.
Der restliche Streckenabschnitt von Wesenberg nach Mirow verfügt nach wie
vor nicht
über Streckenblockeinrichtungen und der ehemalige Bahnhof Mirow wird heute
als
Haltepunkt betrieben. Es ist daher zu vermuten, daß für die Strecke
Wesenberg -
Mirow ein sogenannter Stichstreckenblock eingerichtet wurde, wodurch sich im
gesamten Streckenabschnitt von Wesenberg bis zum Streckenende am Haltepunkt
Mirow
zeitgleich immer nur ein einziger Zug befinden darf.
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Die unmittelbar vor dem Haltepunkt Zitow-Leussow befindliche
Bahnübergangssicherungsanlage (BÜSA) verfügt über eine mir bis
dato
unbekannte Art der BÜ-Einschaltung. Von Mirwo aus kommend, befährt der Zug eine zwischen den Schienen installierte Induktionsschleife, mit deren Hilfe die BÜSA eingeschaltet wird. Sobald das weiße Licht an dem Pfosten mit dem BÜ-Bezeichner blinkt, ist der Bahnübergang gesichert und der Zug kann seine Fahrt an den Bahnsteig fortsetzen. Das Funktionsprinzip entspricht dem einer Automatik HET. |
Dieser "Hochsitz", der sich an den Übergabegleisen des
Tanklageranschlusses in Zirtow-Leussow befindet, weckt
beklemmende
Erinnerungen an vergangene Zeiten, als der gesamte Komplex des
Tanklagers Zirtow sicherlich Sperrgebiet gewesen ist und
dementsprechend
durch die zuständigen "Organe" penibel bewacht wurde. Von diesem "Hochsitz" aus ließ sich das Rangiergeschäft mit den mit Kraftstoffen gefüllten Kesselwagen sicherlich bestens überblicken, um zu verhindern, daß irgend ein staatsfeindliches Subjekt heimlich einen der Kesselwagen klaut. |
Ungefähr in der Mitte der Strecke Wesenberg - Mirow, unmittelbar an den
heutigen
Haltepunkt Zirtow-Leussow angrenzend, befindet sich noch eine
Ausweichanschlußstelle
mit einem sehr ausgedehnten, mehrgleisigen Übergabebahnhof, von dem aus das
Tanklager Wesenberg-Zirtow per Zug bedient werden kann.
Das Tanklager befindet sich nach wie vor noch in Betrieb. Ob das Tanklager
jedoch
noch über die Schiene beliefert wird, konnte ich bei meiner Bereisung der
Strecke
nicht feststellen. Eisenbahnbetrieb konnte ich auf dem Übergabebahnhof oder
im
Bereich des Tanklagers jedenfalls nicht beobachten.
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| Am 22.05.2025 wartet der als Regionalbahn RB16 von Neustrelitz Hbf eingetroffene DWA-Schienenbus 672 919 am Endbahnhof der Kleinseenbahn in Mirow mit seinem imposanten und für einen Haltepunkt völlig überdimensionierten Empfangsgebäude, daß immer noch den morbiden Charm typischer verputzter aber ungestrichener DDR-Bauten versprüht. |
Am Ende der Strecke, dem Haltepunkt Mirow, enden die Züge von Neustrelitz
Hbf
unmittelbar vor dem stattlichen, ehemaligen Empfangsgebäude, das früher
vielleicht
einmal eine dem Ort würdige Größe aufwies, heutzutage jedoch völlig
überdimensioniert wirkt.
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Der DWA-Schienenbus 672 919 wartet am 22.05.2025 im Endbahnhof
der
Kleinseenbahn in Mirow auf die Rückfahrt nach Neustrelitz
Hbf. Am Bildrand links ist die Abstellanlage für den DWA-Schienenbus gerade noch zu erkennen. |
Der "Schienenbus-Knast" im Bahnhof Mirow. Um die nachts in Mirow abgestellten DWA-Schienenbusse vor Wandalismus und Graffiti zu schützen, wurde am Ende des Bahnsteigs ein Zaun-Verschlag mit Stacheldraht errichtet, in dem die Schienenbusse des Nachts eingeschlossen werden. |
Die Kleinseenbahn wird heutzutage wie eine klassische Nebenbahn vom
Streckenende aus
bedient. Daher fährt morgens der erste Zug von Mirow aus nach Neustrelitz
Hbf und
abends der letzte Zug in entgegengesetzter Richtung.
Da es in Mirow jedoch keinen Lokschuppen gab, wurde am Ende des
Streckengleises ein
eingezäunter Gleisabschnitt geschaffen, in den zwei DWA-Schienenbusse der
Länge nach
hineinpassen und der durch Stacheldraht geschützt ist. So soll verhindert
werden,
daß die nachts in Mirow abgestellten Fahrzeuge durch Vandalismus beschädigt
oder
Graffiti verunstaltet werden.
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Der eingeschaltete Zugschluß des DWA-Schienenbusses 672 919, der
am
22.05.2025 Streckenende in Mirow auf die Rückfahrt nach
Neustrelitz Hbf
wartet, paßt nicht so recht zu dem am Zugzielanzeiger
angezeigten
Fahrtziel des Triebwagens. Der Blick wird dabei durch den links befindlichen ehemaligen Fahrdienstleitungsraum und den rechts stehenden Schienenbus geradeaus in die Ferne geleitet, wobei sich sehr schön die in diesem Teil der Kleinseenbahn sehr geradlinige Streckenführung der Strecke durch die Mecklenburgische Seenplatte zeigt. |
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Vom Haltepunkt Mirow aus ist der Mirower See und das Schloß Mirow nur einen
Kilometer entfernt und somit sehr leicht zu Fuß zu erreichen, um dort
einzukehren
oder nur die Umgebung zu besichtigen.
Bei der Vorbeifahrt mit dem Zug am Bahnwerk Neustrelitz der
Ostmecklenburgischen
Bahnwerke war mir bereits am 22.05.2025 aufgefallen, daß es dort neben
vielen
interessanten Loks unter anderem scheinbar auch einen Prüfstand für die
Dieselloks
der V300-Familie der ehemaligen Deutschen Reichsbahn zu geben scheint.
Deshalb
beschloß ich, bei sich bietender Gelegenheit, auch dem Bahnwerk Neustrelitz
einen
Besuch abzustatten.
Darüber hinaus hatten meine Recherchen zum Bahnwerk Neustrelitz ergeben, daß
dort
auch noch Teile des ehemaligen IC-Elektrotriebwagens der Baureihe 403 der DB
lagern
könnten, da ein Triebzug dieser Baureihe ursprünglich für das
Eisenbahnverkehrsunternehmen National Express Rail Deutschland als
Werbeträger
wieder aufgearbeitet werden sollte.
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| Gleich mehrere Loks der V300-Baureihen der ehemaligen Deutschen Reichsbahn geraten in den Blick, wenn man sich dem Bahnwerk Neustrelitz der Ostmecklenburgischen Bahnwerke nähert. |
Am Nachmittag des 30.05.2025 bot sich mir die Gelegenheit, dieses Vorhaben
in die
Tat umzusetzen, da ich ohnehin wegen des DWA-Schienenbusses in Neustrelitz
zu Besuch
war.
Während vor der Haupthalle des Bahnwerks Neustrelitz eher gewöhnliche Loks
anzutreffen waren, bot sich auf der Rückseite der Halle ein gänzlich anderes
Bild.
Neben einem bereits teilweise ausgeschlachteten DWA-Schienenbus der Baureihe
672,
der offensichtlich als Ersatzteilspender für seine Geschwisterfahrzeuge
herhalten
mußte, konnte ich tatsächlich noch einen Triebkopf der ehemaligen
IC-Elektrotriebwagen der Baureihe 403 der DB sowie zwei zugehörige
Mittelwagen der
Baureihe 404 auf dem dortigen Gelände antreffen.
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| Auf dem Hinterhof des Bahnwerks Neustrelitz steht neben anderen Loks am 30.05.2025 der zwischenzeitlich schon wieder reichlich heruntergekommen wirkende Wagenkasten eines Triebkopfes der Baureihe 403 (vermutlich 403 001) sowie - ganz versteckt - die traurigen Überreste eines DWA-Schienenbusses, der bereits als Ersatzteilspender herhalten mußte (siehe auch das kleine Einlagebild). | An einer anderen Stelle hinter der Werkhalle des Bahnwerks Neustrelitz konnten am 30.05.2025 die beiden Mittelwagen der Baureihe 404 (im Vordergrund vermutlich der 404 001 und im Hintergrund, hinter der Betonmauer versteckt, vermutlich der 404 003, bereits in der von National Express Rail Deutschland gewählten Lackierung) angetroffen werden. |
Gemäß der im
Wikipedia-Artikel↗ nachgezeichneten Geschichte der
Elektrotriebzüge
der Baureihe 403/404 wurden die Fahrzeuge, nachdem sie im Jahr 1993 von der
DB
ausgemustert worden waren, in den folgenden Jahren zunächst von einem
Abstellplatz
zum nächsten weitergeschoben. So standen die Fahrzeuge zunächst in Nürnberg,
dann
in Berlin, Putlitz, Meyenburg und Halberstadt. Insbesondere in Putlitz und
Meyenburg, waren die Fahrzeuge nicht nur der Witterung sondern auch massivem
Vandalismus ausgesetzt, weshalb sie mehr und mehr verfielen.
Nachdem die Firma National Express Rail Deutschland im Jahr 2013
bekanntgegeben
hatte, daß sie einen kopletten, aus zwei End- und zwei Mittelwagen
bestehenden Zug
der Baureihe 403/404 längerfristig anmieten wollten, wurde gegen Ende des
Jahres ein
Teil der Fahrzeuge ins Bahnwerk Neustrelitz überführt, um diese Fahrzeuge
wieder
betriebsfähig aufzuarbeiten.
Ein sehr gewagtes Unterfangen, wie sich im weiteren Verlauf zeigen sollte,
denn mit
fortschreitender Aufarbeitung stellte sich alsbald heraus, daß immer weitere
Arbeiten an den Fahrzeugen notwendig sein würden, um sie wieder
betriebsbereit zu
machen. Daher wurden die Arbeiten im Jahr 2020 abgebrochen und die
angearbeiteten
Fahrzeuge wurden im Bahnwerk Neustrelitz abgestellt, wo sie im Frühjahr 2025
immer
noch standen, wie die Aufnahmen beweisen.
Eine weitere interessante Entdeckung, die ich am Bahnwerk Neustrelitz
machte, war
ein Prüfstand für den diesel-elektrischen Motor-Generator-Satz der Loks der
V300-Familie der ehemaligen Deutschen Reichsbahn, der sich ebenfalls weit
abseits
auf der Rückseite des Werksgeländes befindet.
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Auf dieser Ansicht des Motor-Generator-Prüfstands des Bahnwerks
Neustrelitz aus der Vogelperspektive erkennt man mehrere Details
des
Prüfstands. Die im Prüfstand stehende Lok ist auf ihrer rechten Seite mit mehreren dicken Kabeln elektrisch mit dem Prüfstnd verbunden. An den rechts in Verlängerung des Gebäudes erkennbaren Wasserwiderständen sind links oberhalb der Wasserwiderstände die Führungen der Kabel zu erkennen, durch die die Metallplatten der Wasserwiderstände mit dem Prüfstand verbunden sind. Vor der Lok ist ein weiterer Wasserwiderstand erkennbar, der mit Wasser gefüllt ist und bei dem die Metallplatten ins Wasser vollständig eingetaucht sind. Über ein Kabel, das auf der linken Seite des Metallbehälters dieses Wasserwiderstandes angeschlossen ist, scheint dieser Wasserwiderstand geerdet zu sein. Links neben dem Prüfstand sind mehrere Drehgestelle gelagert, die höchstwahrscheinlich nur als Hilfsdrehgestelle für werksinterne Verschubfahrten von Fahrzeugen verwendet werden, deren reguläre Drehgestelle noch nicht wieder verfügbar sind. |
Auf dem Bild sind vier Wasserwiderstände des
Motor-Generator-Prüfstands
des Bahnwerks Neustrelitz zu erkennen. Die rostigen, nach unten hin dreieckförmigen Metallplatten bilden jeweils einen Pol dieser Wasserwiderstände, während die jeweils direkt darunter befindlichen grauen Metallbehälter, die mit Wasser gefüllt sind, den jeweils den anderen Pol dieser Wasserwiderstände bilden. In dieser oberen Position dieser Metallplatten, in der die Metallplatten das Wasser in den Wasserbehältern nicht berühren, sind die Wasserwiderstände ausgeschaltet, weil durch sie kein Strom fließen kann. Zum Einschalten und Verringern des Widerstandeswertes dieser Wasserwiderstände werden die Metallplatten immer tiefer in das in den Metallbehältern befindliche Wasser eingetaucht. |
Auf diesem Prüfstand können überholte Motor-Generator-Sätze von Loks der
V300-Familie der ehemaligen Deutschen Reichsbahn verschiedenen
Belastungstests
unterzogen werden. Damit können die Motor-Generator-Sätze sogar über längere
Zeiträume im Stand - nötigenfalls auch unter Vollast - beweisen, daß sie
ordnungsgemäß funktionieren.
Dabei wird der zu testende Motor-Generator-Satz einer Lok an dem Prüfstand
an
sogeannte Wasserwiderstände angeschlossen, über die die mit dem
Motor-Generator-Satz
erzeugte elektrische Leistung - bei den Loks der V300-Familie der ehemaligen
Deutschen Reichsbahn in der Spitze bis zu 3000kW - in den Wasserwiderständen
in
Wärme umgewandelt wird.
Bei derartigen Wasserwiderständen handelt es sich um metallische Behälter,
die mit
Wasser gefüllt sind, dem meistens bestimmte Salze beigemischt sind - wodurch
das
Wasser verbesserte elektrolytische Eigenschaften erhält - und die den einen
Pol des
Wasserwiderstandes bilden, sowie meistens mehrere untereinander verbundene
Metallplatten, die zusammen den anderen Pol des Wasserwiderstandes
bilden.
Sobald die Metallplatten in das Wasser eingetaucht werden, stellt sich ein
relativ
niederohmiger Widerstandswert zwischen den beiden Polen des
Wasserwiderstandes ein,
der durch weiteres hineintauchen der Metallplatten in das Wasser weiter
verringert
werden kann. Durch diesen niederohmigen Lastwiderstand erfolgt die Belastung
des zu
testenden Motor-Generator-Satzes der Lok.
Durch dauerhaftes Umpumpen des Wassers in den Metallbehältern kann das sich
während
des Testlaufs erwärmende Wasser gekühlt werden.
Die ganz alten italieneische Drehstrom-Elektroloks der Italieneischen
Staatsbahn FS
hatten übrigens zun Anfahren der Loks ebenfalls Wasserwiderstände, als
Vorschaltwiderstände für die Fahrmotoren, da drehstrommotoren nur sehr
schlecht
unter schwerer Last annlaufen können, wenn man nicht, wie heute üblich, mit
Frequenumrichtern die Frequenz des Drehfeldes der Motoren während der
Anfahrt
langsam steigert.
Bereits bei meinem ersten Besuch der DWA-Schienenbusse an der Kleinseenbahn
wurde
der Grundstock für meinen bald darauf folgenden Besuch des
DWA-Schienenbusses auf
der Insel Rügen gelegt, denn die überaus freundlichen Kollegen der
Hanseatischen
Eisenbahngesellschaft, mit denen ich mich dort unterhalten konnte,
berichteten mir,
daß während der Sommersaison auch ein DWA-Schienenbus auf der Insel Rügen im
Zubringerdienst für die Fähre nach Bornholm zwischen Bergen (Rügen) und
Saßnitz
Fährhafen eingesetzt wird.
Das schien mir natürlich ein überaus lohnenswertes Ziel zu sein, weshalb ich
sofort
mit der Recherche für eine DWA-Schienenbus-Fototour auf der Insel Rügen
begann,
sobald ich wieder zuhause angekommen war.
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Wie dem nebenstehenden Fahrplan entnommen werden kann, waren es
am
31.05.2025 noch sieben Minuten bis zur planmäßigen Abfahrtzeit
des
DWA-Schienenbusses 672 914, der als Zubringer für die Fähre nach
Bornholm nach Sassnitz Fährhafen fahren sollte. Das Warten auf weitere Reisende sollte sich aber leider nicht gelohnt haben, da zu diesem frühen Termin in der Sommersaison offensichtlich noch wenige Reiselustige Fahrgäste mit Zug und Schiff nach Bornholm reisen wollten. Ein potentieller Fahrgast durfte jedoch die Fahrt zum Fährhafen nicht antreten, da er kein gültiges Fährticket vorweisen konnte. |
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Der Fahrplan der Fährzubringerzüge, die als Regionalexpreß der Linie RE27
verkehren,
war auf der Internetseite der Hanseatischen Eisenbahngesellschaft zwar
schnell
gefunden, aber damit begannen die Probleme eigentlich erst, denn der
interessanteste
Abschitt dieser Fährzubringerfahrten befindet sich natürlich im Bereich des
Fährbahnhofs Mukran. Gleichfalls stellte sich dieser Bereich für mich aber
auch als
der problematischste Teil der Zugfahrt dar, da es nämlich einerseits
grundsätzlich
schwierig ist, das Gelände des Fährbahnhofs zu betreten, wie ich bei einem
früheren
Urlaub in Prora bereits einmal erfahren mußte, als ich schon einmal
versuchte am
Fährbahnhof Mukran zu fotografieren, da das gesamte Gebiet des Fährbahnhofs
Betriebsgelände ist, auf dem Betriebsfremde natürlich grundsätzlich zunächst
unerwünscht sind.
Das zweite Problem, vor dem ich bei meiner Planung stand war, daß es
prinzipiell
zwei unterschiedliche Routen gibt - eine nördliche und eine südliche Route -
über
die man das Gelände des Fährbahnhofes durchfahren kann und es war nicht
herauszufinden, welche dieser beiden Routen der DWA-Schienenbus auf seinem
Weg zum
Fähranleger wählen würde.
Ich beschloß daher, einfach mit dem Fährzubringerzug mitzufahren, denn dann
würde
ich ja selber sehen, welche Route der DWA-Schienenbus durch den Fährbahnhof
nehmen
würde und zum Fähranleger würde ich auf diese Weise auf alle Fälle
gelangen.
Aber auch dieses Vorhaben barg wiederum ein weiteres Problem in sich, da in
dem
Fährzubringerzug nämlich keine gewöhlichen Fahrscheine gelten, vielmehr muß
man ein
Ticket für die Fährpassage lösen, weil eine Mitfahrt mit dem
Fährzubringerzug nur
mit diesem Fährticket zulässig ist. So buchte ich also zwei Fährpassagen für
Bornholm, einmal hin und einmal zurück, um mit dem Fährzubringerzug fahren
zu
können.
Am 31.05.2025 war es dann endlich so weit. Ich brach gleich früh morgens in
meinem
Hotel in Rostock auf, um rechtzeitig für die erste Fahrt des
Fährzubringerzuges in
Bergen (Rügen) zu sein.
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| Auf dem eigentlich dem Zugführer vorbehaltenen Sitz hat man als Reisender im DWA-Schienenbus eine sehr gute Streckensicht, weshalb ich auf der Strecke zwischen Bergen (Rügen) und Lietzow, die dort noch zweigleisig ist, den entgegenkommenden ICE gut fotografieren konnte. |
Lediglich eine schmale Landverbindung trennt kurz vor Lietzow
den Großen
Jasmunder Bodden vom kleinen Jasmunder Bodden, die in diesem
Bereich
durch zwei Gräben miteinander verbunden sind. Rechts im Bild ist
der
Große Jasmunder Bodden zu erkennen. Am 31.05.2025 hat der DWA-Schienenbus 672 914 auf seiner Fahrt nach Sassnitz Fährhafen den Bahnhof Lietzow erreicht und befindet sich an der Stelle, wo die Strecke eingleisig wird. |
Mit flotter Fahrt ging es dann ab Bergen (Rügen) auf der Strecke
Stralsund - Sassnitz↗ mit dem DWA-Schienenbus
bei gut
100km/h - der Höchstgeschwindigkeit dieser Baureihe - über die in diesem
Abschnitt
noch zweigleisige Strecke von Bergen (Rügen) zunächst bis zum Einfahrsignal
von
Lietzow.
Direkt hinter dem Einfahrsignal von Lietzow wird die Strecke dann
eingleisig. So
durchfuhren wir den Bahnhof Lietzow ohne Halt und folgten der Hauptstrecke
Richtung
Sassnitz bis zum bis zum Abzweig Borchtitz, wo der Anschluß zum Fährbahnhof
Mukran
an die Strecke Stralsund - Sassnitz anschließt.
Während nahezu die gesamte Signaltechnik der DB-Strecken auf der Insel Rügen
in der
Zeit zwischen den Jahren 2007 und 2021 auf moderne elektronische
Stellwerkstechnik
mit Ks-Signalisierung umgerüstet wurde, wurde im Jahr 2025 einzig noch der
Abzweig
Borchtitz sowie der Fährbahnhof Mukran von dem erst im Jahr 1986 in Betrieb
genommenen WSSB-Relaisstellwerk der Bauform
GS
III
Sp68↗ gesteuert.
Aus diesem Grund ist der Abzweig Borchtitz sowie der gesamte Fährbahnhof
Mukran noch
mit Hl-Signaltechnik ausgerüstet.
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Mit einem freundlichen Hl3b begrüßte das Einfahrsignal der
Abzweigstelle
Borchtitz unseren DWA-Schienenbus am 31.05.2025. Die auf 60km/h reduzierte Geschwindigkeit, die unser Fährzubringerzug ab diesem Signal lediglich fahren durfte, war dem Umstand geschuldet, daß die Fährzubringerzüge am Abzweig Borchtitz von der Strecke nach Sassnitz abzweigen müssen, um den Fährbahnhof Mukran erreichen zu können. |
Nur wenige hundert Meter weiter hat der DWA-Schienenbus 672 914
am
20.09.2025 den Abzweig Borchtitz bereits erreicht und durchfährt
nun das
Nebengleis, um im weiteren Verlauf die nördliche Zufahrt zum
Fährbahnhof
Mukran zu befahren, vorbei an der Ausfahr- sowie der
Einfahrgruppe des
dortigen Rangierbahnhofs. Am rechten Bildrand ist gerade noch das südliche Gleis zu erkennen, über das der Umlade- und Umspurbereich des Fährbahnhofs Mukran von Lietzow aus direkt angefahren werden kann. |
Nach der Abzweigstelle Borchtitz, auf der Strecke zum
Fährhafen Sassnitz↗, fühlt man sich in eine fast surreal
anmutende
Welt zurückversetzt, in der die Reichsbahnzeit stehengeblieben zu sein
scheint.
In kurzer Folge tauchen längs der Strecke immer wieder neue Hl-Signale auf,
aufgrund
der kurzen Signalabstände fast ausnahmslos in Form von
Mehrabschnittsignalen, so daß
man hier die Systematik des Hl-Signalsystems sehr gut studieren kann.
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| Bei Verspätungen des Regionalverkehrs zwischen Stralsund und Sassnitz kann es auch mal passieren, daß der Fährzubringerzug am Abzweig Borchtitz warten muß, bis der Zug auf der Hauptstrecke den Blockabschnitt nach Lietzow geräumt hat. Genau diese betriebliche Lage ergab sich am Vormittag des 20.09.2025, als der DWA-Schienenbus zunächst noch halten mußte, bevor er seine Fahrt nach Bergen (Rügen) fortsetzen konnte. |
Am 31.05.2025 fährt der Fährzubringer am ehemaligen Haltepunkt
Mukran
West entlang, wo früher die Verwaltung des Fährbahnhofs Mukran
untergebracht war. |
Dabei führt die Strecke im weiteren Verlauf an der Ausfahrgruppe des
Rangierbahnhofs
entlang und passiert auch die seit langer Zeit die verweisten Bahnsteige der
beiden
ehemaligen Haltepunkte Mukran West und Mukran Mitte, an denen zu Zeiten, als
der
Fährbahnhof Mukran noch voll in Betrieb stand, regelmäßig Arbeiterzüge
hielten, die
jedoch nicht im Kursbuch verzeichnet waren, um die Beschäftigten des
Rangierbahnhofs
und des Bahnbetriebswerkes sowie die Fahrdienstleiter und die Arbeiter des
zentralen
Heizkraftwerkes möglichst nah an ihre Arbeitsplätze zu befördern.
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| In unmittelbarer Nähe des ehemaligen Haltepunktes Mukran Mitte fährt am 31.05.2025 der DWA-Schienenbus als Fährzubringer von Sassnitz Fährhafen zurück nach Bergen (Rügen). Dabei durchquert er die Analgen des Rangierbahnhofs Mukran, wie man unschwer an dem links im Bild befindlichen Abdrücksignal erkennen kann. | Gleich gegenüber dem ehemaligen Haltepunkt Mukran Mitte befindet sich auch das WSSB-Relaisstellwerk Mukran B1/R2 der Bauform GS III Sp68, über das mittlerweile der gesamte Rest des Fährbahnhofs Mukran sowie der Abzweig Borchtitz gesteuert wird. Rechts neben dem Stellwerk sind Gleise des Stillstandsmanagements zu erkennen, auf denen abgestellte Züge auf ihr teils ungewisses Schicksal warten. |
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| Der Bahnsteig des ehemaligen Haltepunktes Mukran Mitte. Hier sieht es so aus, als könne jeden Augenblick ein Arbeiterzug vorbeikommen, um zum Schichtwechsel die Arbeiter des Rangierbahnhofs abzusetzen. | An einem der Wartehäuschen des ehemaligen Haltepunktes Mukran Mitte ist die Zeit im wahrsten Sinne des Wortes stehen geblieben, denn bei der Uhr ohne Ziffern auf dem Zifferblatt hatten auch die Zeiger ihren sondt so rastlosen Dienst schon seit langem eingestellt. |
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Die Wartehäuschen an den Haltepunkten Mukran West und Mukran Mitte befinden sich überwiegend noch in einem so guten Zustand, daß sie jederzeit wieder genutzt werden könnten. In dem hier abgebildeten Wartehäuschen in Mukran Mitte hängen sogar noch die Fragmente eines alten Fahrplans der Deutschen Reichsbahn, der hier seinerzeit offenkundig einfach nur auf die Wand tapeziert worden war. |
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Hinter dem Haltepunkt Mukran Mitte führt die Strecke weiter durch ein ganzes
Labyrinth von Gleisen und Weichen, vorbei an der Einfahrgruppe des
Rangierbahnhofs,
um sich dann hinunter zum Fährterminal und dem Bahnhofsteil Sassnitz
Fährhafen zu
wenden, wo das Gleis stumpf an einem Prellbock endet.
Kurz vor dem Prellbock zweigt jedoch noch ein Gleis nach links ab, über das
früher
Personenzugwagen mit den Personenfähren der
Königslinie↗ über die Ostsee trajektiert werden konnten.
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Pünktlich auf die Minute hat der DWA-Schienenbus den Endpunkt
des
Fährzubringerzuges - Sassnitz Fährhafen - am 31.05.2025 fast
erreicht,
während die Fähre von Bornholm, fast eine halbe Stunde zu frün,
bereits
in Sichtweite ist und in wenigen Augenblicken das Leuchtfeuer an
der
Hafenmole passieren wird, um sodann, nach einer Wende, am
Fähranleger
festmachen wird. Im Verlauf des Bahnsteiggleises ist das nach links abzweigende Gleis, das ursprünglich zur Fährbrücke der Königslinie führte, gut zu erkennen. |
In der angenehmen spätsommerlichen Sonne wartet der
DWA-Schienenbus am
20.09.2025 auf Fahrgäste von der Fähre, um dann alsbald wieder
nach
Bergen (Rügen) zurückzufahren. Im Hintergrund sind einige der dem Stillstandsmanagement übergebenen Fahrzeuge abgestellt und warten, daß sie irgendwann wieder zum Einsatz kommen. |
Diese dritte Fährbrücke im Fährhafen Mukran, zu der das vor dem Prellbock
abzweigende Gleis führt, wurde erst nach der Wende in der DDR errichtet, da
ursprünglich die Fähren der Königslinie ihren Anleger am Stadthafen von
Sassnitz
hatten.
Insbesondere der Trajektverkehr am Stadthafen Sassnitz war jedoch immer
schon sehr
beschwerlich, da die Züge in Sassnitz gleich zweimal die Fahrtrichtung
wechseln
mußten, um mit den Fähren trajektiert werden zu können.
Aufgrund des großen Höhenunterschiedes von knapp fünfunddreißig Metern
zwischen dem
Bahnhof Sassnitz↗
und dem
Fährbahnhof Sassnitz↗
- der Ort Sassnitz ist ja quasi in die dort vorherrschende Steilküste hinein
gebaut
und der Bahnhof Sassnitz befindet sich auf dem oberen Gelände - , konnte der
Fährbahnhof nur über eine 180°-Kurve vom Bahnhof Sassnitz aus erreicht
werden.
Ungünstigerweise schloß diese Verbindungskurve nicht am östlichen Ende des
Bahnhofs
Sassnitz, sondern an dessen westlichem Ende an, also genau auf der Seite,
aus der
die Züge aus Richtung Stralsund den Bahnhof Sassnitz erreichten.
Um dann aus dem Fährbahnhof heraus die Eisenbahnwaggons über die Fährbrücke
in die
Fährschiffe zu verladen, war schließlich ein weiterer Fahrtrichtungswechsel
vonnöten, da die Fähranleger im Hafen Sassnitz ihrerseits in Richtung
Süd-Südwest
ausgerichtet waren.
Bedingt durch die bauliche Enge, in der die Verbindungskurve errichtet
werden mußte,
weißt sie mit 27 Promille auch noch eine vergleichsweise starke Steigung vom
Fährbahnhof Sassnitz zum Bahnhof Sassnitz hin auf, was den Betrieb
zusätzlich
erschwerte.
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Mit einen Güterzug ist die Lok 155 231 am 02.10.1997 im Bahnhof
Sassnitz
auf Gleis 3 angekommen, während sich am Ende des Zuges eine
zweite Lok
bereit macht, an den Güterzug angekuppelt zu werden, um den Zug
dann
später in den Fährbahnhof Sassnitz hinunter zu befördern. Auf Gleis 1 wartete derweil der Regionaleßpreß nach Stralsund, geschoben von 143 277, auf das Erreichen seiner Abfahrtzeit. |
Von der Stadt aus hatte man am 02.10.1997 noch einen sehr guten
Überblick über die Anlagen des Fährbahnhofs Sassnitz sowie über
die
Anlagen Fährhafens. Während die Heckklappe des Fährschiffs Sassnitz geöffnet ist und vornehmlich Lastwagen und Eisenbahnwaggons über die untere, breite Fährbrücke ins untere Fahrzeugdeck gefahren werden können, erfolgte die Pkw-Verladung vorwiegend von der Hochstraße aus über die obere, schmale Fährbrücke ins ober Fährdeck. Beschäftigungslos wartet derweil eine Lok der Baureihe 143 auf ihre nächsten Aufgaben am Bahnsteig des Fährbahnhofs Sassnitz. |
So wurden bereits zu DDR-Zeiten überlegungen angestellt, wie man diese
unbefriedigende betriebliche Situation rund um das Eisenbahntrajekt der
Königslinie
entschärfen könnte.
Eine grundlegende Verbesserung kam jedoch erst im Jahr 1998, als das neue
Fährterminal im Fährhafen Mukran fertiggestellt werden konnte und die
Königslinie
von nun an dort anlegen konnte.
Fortan konnten die zu trajektierenden Züge auf direktem Weg bis zum neuen
Bahnhof
Sassnitz Fährhafen gefahren werden. Dort wurde die Zuglok abgekuppelt und in
den
Gleisstummel am Prellbock vorgezogen. Nach dem Umstellen der Weiche zur
Fährbrücke
konnte der Zug dann von hinten mit einer örtlichen Rangierlok über die
Fährbrücke
auf das Fährschiff gedrückt werden.
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Von der Fußgängerbrücke des Fährterminals aus bietet sich ein
guter
Überblick über den Hafen und den Fährbahnhof von Mukran. An der Spitze der links in diesem Bild vom 20.09.2025 sichtbaren, breiten Fährbücke sowie im Straßenbereich vor der Fährbrücke sind die Gleise noch gut zu erkennen, über die früher auch Eisenbahnfahrzeuge von Mukran aus mit den Personenfähren über die Ostsee trajektiert werden konnten. Auf dem Hauptteil der Fährbrücke sind die Gleise jedoch bereits seit Jahren abgedeckt, da die Trajektierung von Personenzügen in Mukran bereits im Jahr 2001 aufgegeben wurde. |
Auch nach der Landseite hin, kann man von der Fußgängerbrücke
des
Fährterminals einen kleinen Teil der Bahnanlagen des
Fährbahnhofes
überblicken. Während am 31.05.2025 der DWA-Schienenbus auf seine Rückfahrt nach Bergen (Rügen) wartet, stehen im Hintergrund mehrere abgestellte Triebzüge des Stillstandsmanagements, unter ihnen auch ein ICE2, der hier wohl nur noch auf sein Ende warten dürfte. |
Diese Episode währte jedoch nicht sehr lang, denn die Königslinie - und mit
ihr das
Personenzugtrajekt - wurde überhaupt erst im Jahr 1998 von ihrem über
hundert Jahre
alten Anlegeplatz im Stadthafen von Sassnitz zum damals neu errichteten
Fährterminal
am Fährhafen Mukran verlagert.
Bereits im Sommer des Jahres 2001 endete jedoch der planmßige Trajektverkehr
mit
Personenzügen auf der Königslinie und in der Folge wurden nur noch selten
Personenzugwagen - hauptsächlich im Saisonverkehr - mit den Personenfähren
trajektiert.
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| Als Folge des seit Februar 2022 andauernden russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine, wurden Regasifizierungsschiffe↗ gechartert, mit denen Flüssiggas, das durch die Regasifizierungsschiffe normalerweise auf See von Flüssiggastankschiffen übernommen wird, wieder in normales Erdgas verwandelt wird. Am 20.09.2025 lag ein solches Regasifizierungsschiff, die Neptune, im Hafen von Mukran, gegnüber des Fähranlegers der Fährlinie nach Bornholm. |
Da der auf der Insel Rügen im Fährzubringerverkehr eingesetzte
DWA-Schienenbus im
Bahnbetriebswerk der Firma Mukran Port im Fährbahnhof Mukran abgestellt und
gewartet
wird, muß der Schienenbus jeweils nach der letzten Fahrt des Tages, wenn er
Bergen
(Rügen) erreicht hat, als Leerfahrt wieder nach Mukran zurückfahren. Ebenso
muß der
Schienenbus morgens auch für die erste Fahrt von Bergen (Rügen) nach
Sassnitz
Fährhafen zunächst leer vom Banhbetriebswerk in Mukran seinem Startbahnhof
in Bergen
(Rügen) zugeführt werden.
Diese Arbeitsweise ist zwar nicht sehr rationell, weil ein Drittel aller
täglichen
Fahrten im Fährzubringerverkehr als Leerfahrten abgeweickelt werden müssen,
aber da
es der Fähr-Fahrplan verlangt, daß die erste Fährzubringerfahrt in Bergen
(Rügen)
beginnt und es in Bergen (Rügen) scheinbar keine passende Abstellmöglichkeit
für die
DWA-Schienenbusse gibt, bleibt nur die Möglichkeit, den Betrieb so
abzuwickeln, wie
es derzeit geschieht.
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Auf dem Bild vom 31.05.2025 hat der DWA-Schienenbus sein Ziel,
den
Bahnhof von Bergen (Rügen) fast erreicht, als er unter der alten
Fußgängerüberführung hindurchfährt. Im Hintergrund, links neben dem Triebwagen, ist das alte Bahnhofsgebäude Bergen Ost zu erkennen, an dem bis Ende 1967 die Schmalspurzüge der Strecke Bergen - Altenkirchen (Rügen) begannen und endeten. |
Nach getanem Tagewerk wartet der im Fährzubringerverkehr eingesetzte DWA-Schienenbus am 20.09.2025 im Bahnhof Bergen (Rügen) darauf, als Leerfahrt zurück ins Bahnbetriebswerk nach Mukran fahren zu dürfen. |
Von meinem zweiten Besuch der DWA-Schienenbus-Einsätze im
Fährzubringerverkehr auf
der Insel Rügen habe ich ein Video der Mitfahrt im DWA-Schienenbus erstellt,
daß bei
YouTube↗ abrufbar ist und das die gesamte,
knapp
zwanzigminütige Fahrt von Bergen (Rügen) bis nach Saßnitz Fährhafen
zeigt.
Interessant war bei dieser Fahrt im Übrigen, daß sie in Bergen (Rügen) ins
Gegengleis geleitet wurde, da im Regelgleis noch der Regionalexpreß nach
Sassnitz
(Stadtbahnhof) unterwegs war und unser Zug daher nicht erst abwarten mußte,
bis der
Regionalexpreß in Lietzow angekommen war. So mußten wir nur einmal kurz vor
dem
Einfahrsignal von Lietzow halten, bis der Regionalexpreß nach Sassnitz den
Durchrutschweg unserer Einfahrzugstraße freigefahren hatte und dann nochmals
kurz,
bis der Regionalexpreß nach Sassnitz dann die Strecke nach geräumt hatte.
Danach
konnte unser Fährzubringerzug dann wieder ohne weiteren Halt bis zum
Endpunkt
seiner Fahrt, dem Fähranleger der Fähre nach Bornholm, durchfahren.
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| Zum Abschied vom regelspurigen Bahnbetrieb auf der Insel Rügen noch eine stimmungsvolle Nachtaufnahme eines Doppelstock-Wendezuges der ehemaligen Deutschen Reichsbahn, der am Abend des 02.10.1997 im Bahnhof Sassnitz auf die Abfahrt nach Stralsund wartet. |
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Letzte Aktualisierung 08.2026 © by Ingo Foege ■
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