In der Rückschau auf möchte ich mit diesen Seiten diesen Fahrzeugen, die heutzutage so einfach
anmuten, die aber zu der Zeit, als sie entwickelt wurden, auf dem damals höchsten technischem Niveau
waren und denen ich in so vielen Jahren so oft begegnet bin, ein kleines Denkmal setzten.
1. Geschichtlicher Überblick
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Werbebild des projektierten VT23.5 der Deutschen Bundesbahn. |
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Die ersten Fahrzeuge durchliefen nach ihrer Indienststellung zunächst eine intensive
Erprobungsphase, in deren Verlauf eine Konstruktion festgelegt wurde, die die besten Eigenschaften
der Triebwagen der beiden Firmen in sich vereinigen und als Basis für die Serienfahrzeuge der
Baureie VT24.6 dienen sollte. Auf die Bestellung der Serienfahrzeuge, die insgesamt 40
Triebwagenzüge, also 80 Triebwagen, 40 Mittelwagen sowie noch mindestens weitere 16 zusätzliche
Mittelwagen für Verstärkungszwecke umfaßte, erfolgte die Ablieferung dieser Fahrzeuge im Zeitraum
von 1964 bis 1966.
Das die Triebzüge nun serienmäßig als dreiteilige Triebwagenverbände, bestehend aus zwei Triebwagen
und einem Mittelwagen (VT+VM+VT) geordert wurden, war auf die Tatsache zurückzuführen, daß
zwischenzeitlich nicht mehr nur der 350PS leistende Daimler-Benz-Dieselmotor sondern auch der 450PS
MAN-Dieselmotor verfügbar war. Deshalb konnten darüberhinaus sogar noch zusätzliche Mittelwagen zur
Verstärkung der Triebwageneinheiten auf zwei Triebwagen und zwei Mittelwagen (VT+VM+VM+VT) bestellt
werden.
Im Zusammenhang mit der Umstellung der alphanumerischen Baureihenbezeichnungen auf die rein
numerischen Computernummern bei der DB im Jahre 1968 wurden auch diese Triebwagen umgezeichnet und
erhielten nun, als Verbrennungstriebwagen, eine Baureihenbezeichnung in der 600er Nummerngruppe,
während die Mittelwagen in die 900er Nummerngruppe, für Steuer- und Beiwagen zu
Brennkrafttriebzügen, eingereiht wurden.
Die von der Waggonfabrik Uerdingen gelieferten Prototypen der Baureihe VT24.5 erhielten im Zuge
dieser Umnummerierung die Fahrzeugnummern 624 501-3 bis 624 504-7, während den von MAN gelieferten
Prototyptriebwagen der Baureihe VT23.5 die Fahrzeugnummern 624 505-4 bis 624 508-8, zugewiesen
wurden.
Den Serientriebwagen der Baureihe VT24.6, von denen MAN 52 Triebwagengarnituren hergestellt hatte,
während die Waggonfabrik Uerdingen nur 28 Triebwagengarnituren lieferte, wurden durchgängig die
Nummern 624 601-1 bis 624 680-5 zugewiesen, während die Mittelwagen auf mehrere unterschiedliche
Ordnungsnumerngruppen der Baureihe 924 verteilt wurden.
Bereits im Jahr 1969 erfolgte dann die Erprobung einer neuartigen Ausrüstung auf zunächst einem
Triebzug der Baureihe 624.6, dem zehn weitere Einheiten folgen sollten.
Dabei handelte es sich um eine gleisbogenabhängige Wagenkastensteuerrung, die ein schnelleres
Durchfahren von Kurven gestatten sollte, ohne daß die sich dadurch vergrößernden
Seitenbeschleunigungskräfte, die auf die Fahrgäste wirken würden, überschritten wurden.
Die derart umgebauten Fahrzeuge wurden zur Unterscheidung von den Standardtriebwagen als neue
Baureihe 634 geführt, behielten aber ihre alten Ordnungsnummern bei.
Da aber auch diese insgesamt 44 Triebwagengarnituren - bestehend aus 4 Vorserientriebwagengarnituren
der Baureihe 624.5, 29 Serientriebwagenzügen der Baureihe 624.6 sowie 11 Triebwagenzüge der Baureihe
634 - bei weitem noch nicht den hohen Bedarf an derartigen Triebwagenzügen abdecken konnten,
erfolgte ab 1971 die Auslieferung der ersten beiden, aus den Triebwagen der Baureihe 624 und 634
weiterentwickelten Prototyptriebwagenzüge der Baureihe 614.
Diese zwar optisch zu ihren Vorgängern sehr unterschiedlichen Fahrzeuge, wiesen ansonsten sehr
weitreichende Gemeinsamkeiten, vor allem mit den Triebwagen der Baureihe 634 auf, was den
Wagenbaulichen Teil sowie die Antriebs- und Steuereinrichtungen anbelangte.
Im äußeren Erscheinungsbild unterscheiden sich die Fahrzeuge jedoch sehr stark, da insbesondere die
Stirnfront, die dank des Wegfalls der Stirnwandübergangstür völlig neu gestaltet werden konnte und
nun nicht mehr genau senktrecht ausgeführt werden mußte und zudem über nur noch zwei statt der sonst
drei vorhandenen Fenster verfügte, den neuen Triebwagenzügen der Baureihe 614 ein wesentlich
zeitgemäßeres Design bescherte, daß auf den ersten Blick erkennen ließ, daß es sich bei diesen
Fahrzeugen um eine neue Konstruktion handelt.
Aber auch die Seitenwände der neuen Triebwagenzügen der Baureihe 614, die ab der Fensterbrüstung
aufwärts, zur Fahrzeugmitte hin geneigt verlaufen, stellen ein ausgeprägtes Unterscheidungsmerkmal
zu den Vorgängerbaureihen dar.
Ab 1973 wurden dann zunächst 25 weitere Züge durch die Waggonfabrik Uerdingen abgeliefert, denen
dann ab 1975 nochmal 15 weitere Triebwagenzüge, die nun durch die Firma MAN hergestellt wurden,
folgten. Bis 1977 waren dann alle 42 Triebzüge durch die Deutsche Bundesbahn indienstgestellt, womit
dem Betriebsdienst ab diesem Zeitpunkt also insgesamt 86 Triebwagenzüge zur Verfügung standen.
2. Die Vorserientriebzüge der Baureihe 624.5
Die Vorserienfahrzeuge der Baureihen VT/VM23.5, geleifert durch die Waggonfabrik MAN, und VT/VM24.5,
geliefert durch die Waggonfabrik Uerdingen, unterscheiden sich nicht nur untereinander erheblich,
sondern auch so sehr von den Triebwagen der späteren Serienlieferung VT24, daß sie durch die
Deutsche Bundesbahn anfangs sogar als zwei unterschiedliche Baureihen geführt wurden. Deshalb sollen
sie hier auch separat von den Serientriebwagen betrachtet werden.
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Der später als 624 501-3 bezeichnete Vorserien-Triebwagen war der erste VT/VM24.5, der von
der Waggonfabrik Uerdingen gebaut wurde. Am 08.10.1983 war dieser Triebwagen zu Gast in Wolfsburg. |
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3. Die Serientriebzüge der Baureihe 624
Für die Lieferung der Serienzüge der Baureihe VT/VM24.6 wurde der grundlegende Entwurf der Firma MAN
für die Triebwagenzüge der Baureihe VT/VM23.5 als Basis der Beauftragung ausgewählt. Man entschied
sich jedoch seitens der DB dafür, die Anordnung der Einstiegstüren gemäß dem Entwurf der Firma
Waggonfabrik Uerdingen für die Triebwagenzüge der Baureihe VT/VM24.5 auszuführen.
Die Lieferung der Serienzüge wurde zu ungleichen Teilen durch die Firmen MAN und Waggonfabrik
Uerdingen ausgeführt.
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Am 26.05.1985 überquert 624 631-8 die Weser brücke als Zug E3542 bei Höxter. Im Hintergrund ist das Einfahrsignal von Höxter Bahnhof zu erkennen. Dieser Bahnhof liegt jedoch weit ab der Stadt Höxter, in unmittelbarer Nähe von Schloß und Kloster Corvey. Hier hielten aber auch damals schon keine Reisezüge mehr, da in Stadtnähe der Haltepunkt Höxter Rathaus eingerichtet wur de, um eine stadtnähere Verbindung sicherzustellen. |
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4. Die Baureihe 634
Die Triebwagen der Baureihe 634 entstanden durch einen Umbau von insgesamt 11 Triebwagengarnituren
der Baureihe 624.6. Dabei wurden die betreffenden Triebwagen mit neuen, luftgefederten Drehgestellen
ausgerüstet und sie erhielten eine neuartige gleisbogenabhängige Wagenkastensteuerung, die sich
jedoch nicht bewährte.
Die ursprünglichen Triebwagengarnituren der Baureihe 624.6 wurden im Zuge dieser Umbaumaßnahme
lediglich der neuen Baureihe 634 zugeordnet, behielten dabei jedoch ihre ursprünglichen
Ordnungsnummern, wodurch sowohl Ordnungsnummern der Baureihe 624.6 als auch die Ordnungsnummern der
Baureihe 634 nicht mehr durchgängig vergeben waren.
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Die Schornsteine der Hüttenwerke in Oker überragen die gesamte Szenerie, als 634 661-3 mit
seinem Eilzug in Richtung Goslar bildlich festgehalten wurde. |
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5. Die Baureihe 614
Da die insgesamt 44 Triebwagengarnituren der Baureihen 624 und 634 den durch den Strukturwandel mit
der Abkehr von der Dampftraktion enstehenden Bedarf nach neuen Dieseltriebwagen bei weitem nicht
decken konnten, wurden in der Folge 42 Triebwagengarnituren der neuen Baureihe 614 bestellt und ab
dem Jahr 1971 ausgeliefert. Auch diese Triebwagen waren wieder für den Einbau einer verbesserten
gleisbogenabhängigen Wagenkastensteuerrung vorgesehen.
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Als Eilzug nach Uelzen verläßt 614 073-5 am 21.08.1986 den Bahnhof Wittingen, als er den
damals noch aktiven Schrankenposten "B" an der Bahnhofstraße passiert, der wenige Jahre
später durch eine moderne EBÜT80-Bahnübergangssicherungsanlage ersetzt wurde. |
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6. Die Baureihe 719
Im Anschluß an die Auslieferung der Triebzüge der Baureihe 614/914 wurde noch ein weiterer Triebzug
in einer Sonderausrüstung als Ultraschall-Schienenprüfzug an die Deutsche Bundesbahn ausgeliefert,
der im wagenbaulichen Teil im Wesentlichen den Wagen der Baureihe 614/914 gleicht.
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Der Schienenprüfzug der Baureihe 719/720 war eigentlich ständig im Netz der Deutschen
Bundesbahn unterwegs, daher war es auch kaum planbar, den Zug einmal irgendwo abzupassen, um
ihn fotografieren zu können. Zufälligerweise hörte ich jedoch am 09.05.1985, daß der Zug in Fallersleben abgestellt sei, weshalb ich sofort dorthin fuhr, um Aufnahmen von dem Zug machen zu können. |